Ruhrtalklinik
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Behandlungskonzepte

Behandlungskonzept / Hintergründe / Zielsetzung:

Das übergeordnete Ziel aller hier zur Anwendung kommenden rehabilitativen Maßnahmen ist der Versuch, das Ausmaß der durch die Behinderung bestehenden chronischen Beeinträchtigungen zu reduzieren.

Dabei steht der Erhalt bzw. die Verbesserung der verbliebenen Erwerbsfähigkeit ("Restleistungsfähigkeit"), in der Regel auf dem Sonderarbeitsmarkt, im Vordergrund. Hierbei geht es nicht darum, den Verbleib in einer Werkstatt für Behinderte sicherzustellen, sondern vielmehr um die Erhaltung des zuletzt ausgeübten Tätigkeitsfeldes.

Die berufliche Tätigkeit des körperlichen und/oder geistig behinderten Mitmenschen hat unmittelbaren Einfluß auf sein Selbstwertgefühl, wahrscheinlich sogar noch ausgeprägter als in der Normalbevölkerung. Behinderte, insbesondere Schwerstbehinderte, empfinden Arbeit in der Regel nicht als Last, sondern sie finden in dem ihren Fähigkeiten angepaßten Arbeitsfeld oft eine Bestätigung ihres menschlichen Wertes, auf die sie angewiesen sind, um in Würde leben zu können.  
   
Das gesamte Setting des Hauses ist ausgerichtet auf den geistig behinderten Mitmenschen. So findet er vielfache Orientierungshilfen, angefangen von Fotos auf den Zimmertüren über farbliche Kennzeichnung der Stationen sowie entsprechend gekennzeichnete Spazierwege etc., die ihm die Orientierung im Haus und näheren Umfeld erleichtern sollen.

Die Sicherstellung der Teilnahme an Therapien und recreativen Freizeitaktivitäten wird über einen Hol- und Bringdienst, der die Patienten zum jeweiligen Zeitpunkt den Therapeuten zuführt, ermöglicht 
   
Die therapiefreie Zeit wird durch den sogenannten Recreationsbereich sinnvoll für den Patienten strukturiert, da er im Regelfall nur bedingt in der Lage ist, seine persönliche Freizeit adäquat selbstständig zu gestalten.

Für desorientierte Patienten ist im Haus und Außengelände ein Personensicherungssystem installiert, das über Induktionsschleifen ein entsprechendes Signal auf die Personenrufanlage schaltet und die zuständigen Mitarbeiter des Pflegedienstes informiert, sobald ein gefährdeter Patient versucht, das Gelände zu verlassen. Hierdurch ist es uns unter anderem möglich, selbst stärker desorientierte Patienten aufzunehmen, ohne sie in einer geschlossenen Abteilung unterbringen zu müssen.
 
   
In pflegerischer und ärztlicher Hinsicht wird der Patient rund um die Uhr betreut. Im Einzelfall wird für besonders zuwendungsbedürftige Patienten eine Einzelbetreuung gestellt.
Angesichts der Vielzahl behandelter Indikationen hier im Haus ist es selbstverständlich nicht möglich, für alle Indikationsgruppen entsprechende ärztliche Fachkollegen vorzuhalten. Daher bedienen wir uns hier vor Ort eines gut funktionierenden Netzes niedergelassener ärztlicher Fachkollegen, die uns in unserer Arbeit unterstützen.

Das eigentliche ärztliche Team im Haus besteht aus 7 ärztlichen Kollegen unter der Leitung eines Neurologen und Psychiaters.

Die Vielzahl der Indikationsgebiete ergibt sich daraus, daß angesichts des hohen Betreuungsaufwandes rehabilitatorische Fachkliniken nicht in der Lage sind, einen geistig behinderten Mitmenschen adäquat zu versorgen, so daß die Ruhrtalklinik als rehabilitatorische Fachklinik für den Bereich der körperlich und/oder geistig behinderten Patienten möglichst alle Indikationen abdecken muß.  


Vor Aufnahme in unserem Haus wird durch den ärztlichen Dienst in jedem Einzelfall geprüft, ob ein medizinisches Handling für den speziellen Patienten hier im Haus möglich ist.


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